Mit Google übersetzen
English EN Français FR Deutsch DE Italiano IT Español ES

Das European Narrative & Europas Wurzeln in Kulturreisen entdecken

The aim of art is to represent not the outward appearance of things, but their inward significance.   

Aristotle.

Corona Blog

(10) Wasser – ewig fließe es in die ewige Stadt!

25. Mai 2020

„Wir kommen nach Rom mit großen, ja ungeheuerlichen Erwartungen …

… und finden uns, was auf der Welt selten geschieht, nicht betrogen“.

Mit diesen Worten beginnt Werner Bergengruen 1949 sein „römisches Erinnerungsbuch“. Und wir haben es durch acht Jahre hindurch, die wir in Rom leben durften, genauso empfunden.

Man wird ständig beschenkt, oft auch völlig unerwartet, wenn man den Zeugen der klassischen Antike nachspürt und besonders, wenn man sich von den Trampelpfaden des Massentourismus absondert und verborgene Schätze sucht. Zu diesen gehören zweifellos die römischen Wasserleitungen, die in majestätischen Bogenstellungen aus Osten, aus dem gebirgigen Landesinneren, der… Weiterlesen

(9) Dionysische Notizen

18. Mai 2020

Nicht immer geht es in der Kunst der Antike nur um …

… Schönheit, Anmut und Ebenmaß, um „edle Einfalt und Stille Größe“, wie es Johann Joachim Winckelmann nannte, eben das Apollinische. Nein, die Griechen liebten in ihrer überbordenden Fantasie auch das ganz andere, das düster Ungeordnete, das Dionysische eben. Halbtierische Fabelwesen tummeln sich dort, die gewalttätigen Kentauren etwa, die einen menschlichen Oberkörper mit einem Pferdeleib kombinieren. Die Vorstellung von Naturdämonen verbindet sich da vielleicht mit der dunklen Ahnung von einer wilden, fremdartigen Urbevölkerung von Pferdezüchtern in den Gebirgsregionen Thessaliens. Werfen wir einen Blick auf diese… Weiterlesen

(8) Die Dimension der Zeit

9. Mai 2020

„Es kann die Spur von meinen Erdentagen nicht in Äonen untergehn“,

…  dieses Goethe-Wort von den Äonen, von unvorstellbar weiten Zeiträumen, hat mich stets beeindruckt. 

Faust spricht davon, und zwar am Ende seines letzten Auftritts im fünften Akt von Faust II, unmittelbar vor seinem Tod. Davor fallen die geflügelten Worte (übrigens ein homerischer Ausdruck): „…zum Augenblicke dürft ich sagen: verweile doch, du bist so schön!“ Wie viel bringt das doch in uns zum Schwingen … Aber zurück zu den Äonen: Griechen und Römer kannten diese vor allem im Singular: AION. Seine Bedeutung war Zeitalter… Weiterlesen

(7) … im Schmerz nicht allein …

3. Mai 2020

An diesen wichtigen Aspekt denken wir mit besonderer Innigkeit, wenn wir, wie in den letzten Tagen geschehen, den Verlust eines wunderbaren, geliebten Menschen zu beklagen haben.

Die klassischen Kulturen des Mittelmeerraums zeigen in den auf uns gekommenen Zeugnissen keine Tendenz zur Verdrängung des Todes. Im Gegenteil, die Mehrzahl der Bildwerke der Griechen, Etrusker und Römer haben direkt oder indirekt den Tod des Menschen zum Gegenstand. Diese Bilder mochten vor Hybris (Größenwahn, Frevel) warnen und zur Tugend mahnen, vor allem aber sollen sie Trost spenden, indem sie deutlich vor Augen führen, dass man mit seinem Schmerz nicht allein… Weiterlesen

(6) Österlich Schönes

 

23. April 2020

 

Als Rückblick auf Ostern,

gewissermaßen: ein Kapitell von ganz außergewöhnlicher klassischer Schönheit im Dom zu Todi in Umbrien aus der Mitte des 13. Jahrhunderts oder schon etwas früher. Das Antlitz Christi, streng en face, erinnert mich an byzantinische Bilder dieser Zeit, besonders an die Fresken von Sopo?ani in Südserbien. Die Kunstgeschichte sieht in den Kapitellen von Todi den Ausklang der mittelitalienischen Romanik – man möchte sagen: im goldenen Abendlicht – , aber bereits auch Anklänge an die frühe Gotik aus Frankreich. Jedenfalls dürften die genialen Steinmetze von Todi in jener „Schwellenzeit“ noch Kaiser Friedrich II… Weiterlesen

(5) Göttinnen, Musen und die anderen

15. April 2020

„Was hat sie doch für einen anmutigen Gang“

– hat man sich das nicht schon allenthalben gedacht, wenn ein weibliches Wesen sich besonders elegant und harmonisch bewegt?

Im Mythos der griechischen und römischen Antike hatten den allerschönsten Gang naturgemäß Göttinnen: die olympischen zuvorderst, aber durchaus auch die unteren Kategorien, so etwa die Musen oder die Horen oder die Aglauriden…

Das Marmorrelief auf dem ersten Bild ist in den Vatikanischen Museen zu sehen: drei Frauen schreiten da zügig von rechts kommend nach links aus. Leider ist nur die linke vollständig erhalten, von der mittleren haben wir immerhin den… Weiterlesen

(4) Ostern – erstes Auftauchen in der Kunst

9. April 2020

Im Hinblick auf das bevorstehende Osterfest

                                                                                           … Weiterlesen

(3) Wasser – heilig bei den Griechen …

4. April 2020

Wasser ist heilig,

so die Überzeugung der alten Griechen – besonders die Quelle des klaren, lebensspendenden Trinkwassers stand unter göttlichem Schutz, für dessen Gewährung die Quellnymphen zuständig waren. Das Bild, das ich heute mit Euch betrachten möchte, zeigt einen antiken griechischen Wasserkrug, eine Hydria, und was wir auf dem edlen Gefäß sehen, ist ein Brunnenhaus. Eine Quelle wurde als lebenswichtige göttliche Gabe fast so aufwendig wie ein Tempel gestaltet: vier Säulen mit dorischen Kapitellen, im damals modischen Stil, tragen ein schwarz-weißes Gebälk. Unter seinem schützenden Dach sprudelt das Wasser aus dem Felsen nicht bloß an einer,… Weiterlesen

(2) Eheliche Liebe

 

29. März 2020

Zum Thema Gattenliebe

Man denkt natürlich sofort an „Fidelio“ – hier aber eine berührende bildliche Darstellung aus der Antike: der Deckel des steinernen Sarkophags hat sich in ein weiches Ehebett verwandelt, in dem die lebensgroßen Ehegatten, einander zugewandt und sich umarmend liegen, dabei doch züchtig auf Distanz bleibend: „man wird ja von anderen gesehen“… Diese Szene ist sogar in der griechischen und etruskischen Welt fast einmalig: ein aristokratisches Paar aus dem reichen Stadtstaat Vulci – knapp 100 km nordwestlich von Rom, heute in der Provinz Viterbo – hat sich circa 350 v. Chr. von einem genialen… Weiterlesen

(1) Zum Beginn des Corona Blogs

 

24. März 2020

In Zeiten wie diesen,

                                     da wir sorgenvoll gestimmt sind und eine völlig neue und eher unangenehme Erfahrung machen, nämlich den „Hausarrest“, kam es mir in den Sinn, es könnte Euch Freude bereiten, wenn ich Euch als Zeichen der Verbundenheit ab und zu ein Bild aus meinem Fotoarchiv zur Welt der alten Kunst, das mir besonders am Herzen liegt, sende, und… Weiterlesen
Aktuell
Music
Harpsichord

*J. S. Bach, das Wohltemperierte Klavier, Teil I, Präludium in C-Dur, gespielt von Huguette Dreyfus auf einem historischen Cembalo (Foto). Wir sind der Künstlerin, einer engen Freundin, verstorben 2017, dankbar für die liebenswürdige Erlaubnis, ihre Aufnahme zu verwenden.